24.08.10 electra 2010: Auf Erfolgskurs
 
       
 


Seit dem 13. Januar ist bekannt, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2009 um 5 Prozent zurückging. Doch der Tiefpunkt der schwersten Rezession der Nachkriegszeit scheint hinter uns zu liegen: Die Elektroindustrie erwartet einen Wiederanstieg des Umsatzes auf 150 Milliarden Euro.


Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2009 zum ersten Mal seit sechs Jahren geschrumpft. Mit einem Minus von 5 Prozent war der Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) so stark wie noch nie in der Nachkriegszeit. Dies ergaben erste Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Der wirtschaftliche Einbruch fand hauptsächlich im Winterhalbjahr 2008/2009 statt. Im Jahresverlauf zeichnete sich eine leichte Stabilisierung der Wirtschaftsentwicklung auf dem neuen, niedrigen Niveau ab. Im Jahr 2008 war das BIP noch leicht um 1,3 Prozent, in 2007 um 2,5 Prozent und 2006 sogar um 3,2 Prozent gestiegen.

Anfang der Woche teilte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) mit, dass sich die deutsche Elektroindustrie langsam vom Tiefpunkt der Krise entferne. Die Auftragseingänge seien im November 2009 zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert geblieben. Im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten habe sich damit die rückläufige Entwicklung im November deutlich verlangsamt.

Auf dem Produktionsniveau von 2005

„Allerdings sind die Auftragseingänge schon im November 2008 um mehr als 20 Prozent gegenüber Vorjahr eingebrochen, so dass die aktuelle Entwicklung vor dem Hintergrund eines bereits niedrigen Ausgangsniveaus zu sehen ist“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Der Umsatz lag im November 2009 15 Prozent unter Vorjahr. Kumuliert von Januar bis November 2009 ist der Umsatz um 25 Prozent gegenüber Vorjahr gefallen. „Für das gesamte Jahr 2009 rechnen wir deshalb mit einem Rückgang des Branchenumsatzes auf 145 Milliarden Euro nach 182 Milliarden Euro im Jahr 2008. 2010 ist ein leichter Wiederanstieg auf 150 Milliarden Euro zu erwarten“, sagte Gontermann.

Die reale, also preisbereinigte Produktion der Elektro-Unternehmen ist im November 2009 zwölf Prozent hinter dem entsprechenden Vorjahreswert zurückgeblieben. Über den Gesamtzeitraum von Januar bis November 2009 belief sich der Output-Rückgang auf 22 Prozent. Damit lag das monatsdurchschnittliche Produktionsniveau in den ersten elf Monaten des abgelaufenen Jahres auf dem Niveau von 2005. Über das komplette Jahr 2009 dürfte die Elektro-Produktion ihren Vorjahreswert um 22 Prozent unterschreiten. Für 2010 geht der ZVEI von einem Produktionsplus von drei bis vier Prozent aus.

Die Rückkehr zum Niveau des Jahres 2008 wird ZVEI-Schätzungen zufolge vier bis sieben Jahre dauern. Das Geschäftsklima in der Elektroindustrie hat sich aber auch im Dezember des abgelaufenen Jahres weiter verbessert - zum siebten Mal in Folge. Ihre aktuelle Lage haben die Elektro-Unternehmen im Dezember zum sechsten Mal hintereinander günstiger beurteilt als im Vormonat.



« Zurück zur Übersicht