24.08.10 electra 2010: Auf Erfolgskurs
 
       
 


„Smart Meter“ sind auf dem Vormarsch - Vernetzt mit der Gebäudeautomation des KNX Standards können sie für mehr Transparenz und Effizienz sorgen.


Seit Anfang des Jahres haben die Deutschen das Recht auf einen intelligenten Stromzähler, einen so genannten „Smart Meter“. Ab 2011 müssen die Energieversorger außerdem flexible Tarife anbieten. Aber was genau steckt hinter dem Ziel, Europa flächendeckend mit diesen Zählern auszustatten? Zu den Vorteilen zählen unter anderem: zeitnahes Ablesen der Verbrauchsdaten online, eine exakte monatliche Rechnungsstellung ohne erhöhte Abschläge oder teure Nachzahlungen, Nutzung günstiger Tarife zu Zeiten mit geringer Auslastung des Stromnetzes. KNX Deutschland meint, dass in der Technik aber weit mehr Potential stecke, vor allem, wenn man die allgegenwärtigen Forderungen nach mehr Energieeffizienz und die Nutzung alternativer Energien berücksichtigt.

Projekte in der Testphase

Mit seinem „E-energy“ Programm fördert das Bundesministerium für Wirtschaft die Entwicklung neuer Lösungen für eine flexible Steuerung des Energiebedarfs - auch mithilfe intelligenter Zähler. Eine Reihe von Projekten befindet sich in der Testphase. So können zum Beispiel die Geräte der Cuxhavener Kühlhaus GmbH messen, wann im Stromnetz ein Überschuss an Energie vorhanden ist. Das kommt vor allem dann vor, wenn die zahlreichen Windräder in der Region bei starkem Wind auf Hochtouren laufen. Der Zähler bekommt die Information: Jetzt ist günstiger Strom vorhanden. Die Kühlaggregate springen an und kühlen die Lagerhäuser auf bis zu -25 Grad herunter. Dank der guten Dämmung kommen die Kühlräume dann mehrere Tage ohne Strom aus.

Vorteile für Privathaushalte

In Zukunft sollen auch Privathaushalte dieses System nutzen und nur bei günstigem Strom beispielsweise ihren Kühlschrank kühlen oder die Waschmaschine einschalten. Um ihre Informationen mit dem intelligenten Zähler auszutauschen, müssen die Hausgeräte mit einem Bussystem vernetzt sein. Zum „E-energy“-Projekt gehört auch der „EEbus - die Hausgerätevernetzung für ein effizientes Energiemanagement“. Dieser basiert auf den etablierten Busstandards, zum Beispiel dem weltweiten Standard KNX. Über diesen Standard lassen sich Geräte und Funktionen wie Licht, Lüftung, Heizung, Küchengeräte und Home Entertainment verbinden. Sensoren übermitteln außerdem die Temperatur, Helligkeit, den Öffnungszustand der Fenster und vieles mehr.

All diese Informationen verarbeitet das intelligente System. Es kann so eingestellt werden, dass es die Heizung herunterregelt, wenn die Sensoren geöffnete Fenster signalisieren. Diese Technik ist bereits seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz. Genau nach dem gleichen System kann der Busstandard künftig auch den Strom an- und ausschalten – je nachdem, welche Informationen der intelligente Zähler sendet. Ein weiterer Vorteil für das Energiemanagement: Auf dem Display des Touchpanels lassen sich die Verbrauchskurven genau darstellen und analysieren.

Gewerkeübergreifende Lösungen

Und nicht nur für Strom, auch für andere Energiequellen ist eine solche Regelung möglich. Mit der gemeinsamen „Open Metering Initiative“ entwickeln der Herstellerverband des Gas- und Wasserfachs figawa, KNX sowie der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elek¬ronikindustrie (ZVEI) ein Open Metering System (OMS). Das Ziel von Open Metering ist die Förderung von offenen, herstellerüberreifenden Geräte- und Schnittstellenstandards und deren Anwendung. So soll auf Basis der Technologie von KNX ein europaweit einheitlicher Standard entstehen, der den gesamten Energieverbrauch effizient regelt.



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