24.08.10 electra 2010: Auf Erfolgskurs
 
       
 


In Bestform präsentiert sich der Busstandard nach zwei Jahrzehnten: Mit neuen Produkten und Themenfeldern will KNX weltweit weiter wachsen. Auf der Light+Building wird der Geburtstag besonders groß gefeiert.


Auf der Light+Building wird ganz groß gefeiert: Der KNX-Standard, bis 2000 noch als EIB bekannt, feiert seinen 20. Geburtstag. Der Auftakt fand bereits Mitte Februar bei der Generalversammlung der Mitglieder im Brüsseler „Atomium“ statt. Das Top-Event steht aber noch aus. Auf der „Light+Building“ in Frankfurt findet am 13. April ab 18.30 Uhr im Forum die große Jubiläumsfeier mit der Vergabe der KNX Awards statt. Im Herbst planen alle nationalen KNX-Gruppen ein Jubiläumsevent. Via Webkonferenz sollen dann die Mitglieder aus aller Welt an einem Tisch zusammen geschaltet werden. Auch KNX Deutschland wird natürlich mit dabei sein.

Die Geschichte eines Standards


Am 5. Mai 1990 gründeten in Brüssel 15 bekannte europäische Hersteller aus der Elektroinstallationsbranche die EIBA, die European Installation Bus Association. Ihre Idee: Die Elektroinstallation mit Bustechnik zukunftsfähig machen.

Die Vorarbeiten für die Entwicklung des Steuerbussystems waren jedoch schon wesentlich länger im Gange. Günter G. Seip und seine Mitarbeiter bei Siemens begannen ab 1984 mit der Entwicklung eines Systems auf Basis einer separaten zweiadrigen Niedervoltleitung sowie der entsprechenden Hard- und Software. 1987 gründeten die Unternehmen Berker, Gira, Jung, Insta, Merten und Siemens die Instabus-Gemeinschaft und entwickelten dieses Bussystem bis zur EIBA-Gründung weiter. Parallel entstanden in Europa der französische Batibus und mit europäischen Fördermitteln das System EHS. Im Jahr 2000 wurden diese drei europäischen Systeme unter dem Dach der KNX-Association zusammengeführt, mit dem EIB-Standard als technische Grundkonzeption.

Dies war der entscheidende Schritt hin zur weltweiten Verbreitung: Die verschiedenen Teile des europäischen Standards EN 50 090 für KNX wurden im Weltstandard ISO/IEC verankert. Aus den 15 Herstellern von 1990 sind inzwischen weltweit 175 Mitglieder aus 29 Ländern geworden. Auch wenn der Ursprung des Systems in Deutschland liegt, kommen heute gerade 43 Prozent der Mitglieder aus Deutschland: Eine beispielhafte Entwicklung in Richtung Internationalisierung.

Elektrohandwerk als Vertriebsmultiplikator

„Der entscheidende Schritt zur Markterschließung war die Einbindung des Elektrohandwerks als Vertriebsmultiplikator: Nicht die Hersteller übernahmen die Projektierung, den Einbau und den Service der Systeme, sondern das Elektrohandwerk, ergänzt von Planern und Systemintegratoren“, erklärt Günter G. Seip, der auch der erste Präsident der KNX Association wurde, den Erfolg des Standards.

Hierzu hat KNX weltweit ein Netz von Schulungsstätten aufgebaut, die Handwerker und andere Fachkräfte zu KNX-Partnern ausbilden. Die KNX Association sorgt heutzutage für eine durchgehende Qualifizierung: Die Produkte werden zertifiziert, um Kompatibilität der Fabrikate verschiedener Hersteller zu gewährleisten, die Schulungsstätten werden zertifiziert und deren erfolgreiche Absolventen auf Wunsch in die Liste der KNX-Partner aufgenommen. Mittlerweile gibt es fast 20.000 registrierte Partner in 98 Ländern.

Großes Wachstumspotential

„Auch für die Zukunft haben wir uns viel vorgenommen. Auf der diesjährigen ‚Light+Building’ in Frankfurt zeigen unsere Hersteller die neuesten Entwicklungen für den KNX-Standard. Besonders in den Bereichen Energieeffizienz und Smart Metering liegt in den kommenden Jahren für KNX ein großes Wachstumspotential“, schätzt Klaus Jung, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbandes Installationsgeräte und -systeme, die aktuelle Lage ein.



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