24.08.10 electra 2010: Auf Erfolgskurs
 
       
 


Dass das Sicherheitsniveau elektrotechnischer Produkte und Anlagen in Deutschland weltweit am höchsten ist, ist unter anderem ein Verdienst des Dreiecks mit den drei Buchstaben: VDE.


Es findet sich in jedem Haushalt, an elektrischen Rasenmähern, Photovoltaik-Anlagen oder an Zahnarztstühlen. Es garantiert Verbrauchern ein Höchstmaß an Sicherheit, es ist Teil des „Made in Germany“ und in diesem Jahr feiert es seinen 90. Geburtstag: Das VDE-Zeichen. Ein schöner Erfolg: Die Zahl der durch Stromunfälle ums Leben gekommenen Menschen hat sich seit Jahrzehnten von einstmals über 400 auf heute unter 50 Fälle pro Jahr reduziert.

Der Erfolg des VDE-Zeichens war im Jahr seiner „Geburt“ nicht absehbar. Im Jahr 1920 richtete der 1893 gegründete VDE in Berlin eine zentrale Prüfstelle ein, die auf die Übereinstimmung elektrotechnischer Produkte mit den bestehenden VDE-Bestimmungen achten sollte. Von diesem Angebot machten zunächst nur wenige Hersteller Gebrauch. Ab 1924 - mit der Stabilisierung der Währung - nahmen die Anträge der Hersteller jedoch rapide zu. Im Jahr 1934 trugen bereits fast 4.000 Produkte das VDE-Zeichen. In der Industrie, in Krankenhäusern, in Bahnen, Flugzeugen und Kraftwerken begleitete das VDE-Zeichen den Aufschwung mit dem Ergebnis, dass das Sicherheitsniveau elektrotechnischer Produkte und Anlagen in Deutschland seit Jahrzehnten weltweit als das höchste gilt.

50 Prozent der Produkte fallen durch die Erstprüfung

Heute tragen weltweit 200.000 Produkttypen mit einer Million Modellvarianten das VDE-Zeichen, das praktisch in der gesamten Elektroindustrie bekannt ist und das rund zwei Drittel der Verbraucher kennen. Insgesamt stammen 60 Prozent der 7.000 Kunden des VDE-Instituts aus dem Ausland. Vor allem aus Asien steigt die Nachfrage nach dem VDE-Sicherheitszeichen, China ist nach Deutschland zweitgrößter Kunde. Mit der VDE Global Services GmbH und der ASIG GmbH ist der VDE mit Niederlassungen in China, Hongkong, Taiwan, Japan und Südkorea vertreten. In Europa ist der VDE in Italien, Schweiz, Frankreich, Türkei und Spanien vertreten. In Osteuropa stellen Polen und Russland die wichtigsten Kunden.

Die Prüfungen des VDE-Instituts sind hart. In Fachkreisen gilt das Prüfsiegel des VDE als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. „50 Prozent der von den Herstellern bei uns eingereichten Produkte bestehen die Eingangstests unserer Prüfingenieure nicht“, verrät Wilfried Jäger, Geschäftsführer des VDE-Instituts. Die Produkte, die das „Klassenziel“ nicht erreichen, müssen entsprechend nachgebessert werden, ehe sie das VDE-Zeichen führen dürfen. Viele Hersteller lassen nicht erst das fertige Produkt testen, sondern arbeiten schon während der Entwicklungsphase mit den VDE-Experten zusammen, um später das VDE-Zeichen zu erhalten.

Nur CE-Kennzeichnung? Aufpassen!

Hersteller, die sich für das VDE-Dreieck entscheiden, tun dies freiwillig. Was viele Verbraucher nicht wissen: Im Europäischen Wirtschaftsraum gibt es mit wenigen Außnahmen keine gesetzliche Prüfpflicht für elektrotechnische Produkte.

Bei Produkten, die kein Prüfsiegel wie das VDE-Dreieck vorweisen können, heißt es aufpassen. Daran ändert erst einmal auch die CE-Kennzeichnung nichts, mit der der Hersteller erklärt, dass sein Produkt den Anforderungen der europäischen Richtlinien entspricht. Denn Sorgen machen den VDE-Experten Billigprodukte, die ganz ohne Sicherheitsüberprüfung in den deutschen Markt kommen und häufig falsch deklariert oder gefälscht und gefährlich sind. Zum Glück achten die Verbraucher zunehmend auf unabhängige Sicherheitszeichen. In einer Repräsentativ-Umfrage gaben rund zwei Drittel der Befragten an, dass das Thema Sicherheit und die Auszeichnung mit einem Prüfzeichen eine herausragende Rolle beim Kauf eines elektrotechnischen Produktes spiele. Hersteller mit VDE-geprüften Produkten dürfen daher einen Marktvorteil erwarten. „Zu Recht!“, freut sich Wilfried Jäger.



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